Für Läufer
Wer Biathlon kennt, kennt das Prinzip. Statt Langlauf und Gewehr sind es Crosslauf und Bogen, und die Strafrunde gibt es hier auch.
Die Strecke ist nicht das Problem
Ab der Klasse U18 läufst du vier Runden von 800 bis 1.000 Metern, dazwischen liegen drei Schießphasen. Das sind gut drei bis vier Kilometer im Gelände, aufgeteilt in vier Abschnitte mit Unterbrechungen. Wenn du regelmäßig läufst, ist das keine Distanzfrage.
Die Schwierigkeit liegt an der Schießlinie. Nach jeder Laufrunde schießt du vier Pfeile auf 20 Meter, und dein Puls ist dann da, wo er nach einem Tempoabschnitt eben ist. Die Bogenhand zittert, der Atem geht flach, und der Auszug fühlt sich kürzer an als im Training.
Jedes Ziel, das du nicht triffst, kostet eine Strafrunde von 15 Prozent der Laufstrecke. Bei einer Runde von 1.000 Metern sind das 150 Meter, die du vor der nächsten Laufphase läufst. Ein Fehlschuss kostet damit mehr Zeit, als du auf der Runde wieder hereinholst.
Der Bogen läuft mit. Getragen wird er in der Hand, auf dem Rücken oder in einer Vorrichtung am Bogen.
Foto: Eyke Wohlbold, Landesmeisterschaft Bogenlaufen Baden-Württemberg, Weilheim an der Teck, 16.05.2026.
Was du mitbringst und was dazukommt
Vier Abschnitte mit Pausen dazwischen sind für Läufer die leichtere Hälfte. Was ungewohnt ist: Du sollst am Ende jeder Runde nicht ausgepowert sein, sondern schussfähig.
Gelaufen wird im Gelände, nicht auf der Bahn. Wer Crosslauf oder Trail gewohnt ist, hat hier keinen Nachteil.
Die eine Fähigkeit, die Bogenlaufen von Bogenschießen unterscheidet. Sie lässt sich trainieren, und sie ist der Grund, warum reine Schützen und reine Läufer beide bei Null anfangen.
In den Klassen U18 bis Ü50 wird die zweite Schießphase kniend geschossen, genau ein Knie berührt den Boden. Wird sie nicht oder nicht korrekt ausgeführt, kostet das 90 Sekunden Zeitstrafe.
Welche Bogenart passt, hängt vom Regelwerk ab. Beim DBSV wird in Standard- und traditionelle Bogenklassen getrennt gewertet.
Was im Wettkampf auf dich zukommt
Die Werte gelten ab der Klasse U18. Darunter sind die Strecken kürzer, die Entfernungen geringer und die Ziele größer.
| Wert | Angabe | Fundstelle |
|---|---|---|
| Laufphasen | 4 | Art. 12.1.2 |
| Laufstrecke je Phase | 800 bis 1.000 m | Art. 12.1.2 |
| Schießphasen | 3 | Art. 12.1.2 |
| Pfeile je Schießphase | 4 | Art. 12.1.2 |
| Schießentfernung | 20 m | Art. 12.1.2 |
| Trefferzone | 20 cm Standard, 40 cm traditionell | Art. 12.1.2 |
| Strafrunde | 15 % der Laufstrecke, eine je Fehlschuss | Art. 12.1.2 |
| Schießpositionen | stehend, kniend, stehend | Art. 12.2.2 |
Der Wettkampf beginnt mit einer Laufrunde und endet mit einer. Zwischen den Laufphasen liegen die Schießphasen, fällige Strafrunden werden direkt nach dem Schießen gelaufen. Den vollständigen Ablauf beschreibt die Seite Einzelwettbewerb.
Wie du anfängst
Einen Verein ansprechen
Ohne Bogen und ohne Schießerfahrung führt der Weg über einen Verein. Im Verzeichnis siehst du, welche ein belegtes Training haben und welche wir nur über Startlisten kennen. Frag auch dort, wo bisher kein Bogenlaufen im Programm steht — eine Bogensportabteilung ist die Voraussetzung, nicht das fertige Angebot.
Schießen lernen, dann laufen
Zuerst der ruhige Schuss, danach der unter Belastung — wie das aufgebaut wird, steht unter Schießen unter Belastung. Diese Reihenfolge ist bei Läufern umgekehrt zu der bei Schützen: Du bringst die Ausdauer schon mit und holst die Technik nach.
Zu einem Wettkampf fahren
Die Termine stehen im Kalender. Ob ein Wettkampf offen ist, steht in seiner Ausschreibung. Was du am Wettkampftag dabei haben musst, steht in der Checkliste für den ersten Start.
Es gibt in Deutschland noch kein dichtes Netz an Angeboten für Quereinsteiger. Nur wenige Vereine haben ein belegtes regelmäßiges Training. Zu Schnupperangeboten liegt uns kein verlässlicher Gesamtstand vor.
Ob ein Verein Leihmaterial stellt, wissen wir nicht. Solange das so ist, steht hier keine Zusage, sondern der Hinweis: Frag nach, bevor du einen Bogen kaufst.
